Stand: Juni 2026
Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen):
Das Rabattsystem der Kfz-Versicherung
Das Schadenfreiheitssystem ist das wichtigste Instrument zur Beitragsdifferenzierung in der Kfz-Versicherung. Es belohnt schadensfreies Fahren mit sinkenden Prämien und bestraft Schäden mit Rückstufung und höheren Beiträgen.
Wie SF-Klassen funktionieren
Jeder Versicherungsnehmer hat eine Schadenfreiheitsklasse – von SF 0 (schlechteste) bis SF 35 und darüber (beste). Für jedes schadensfreie Versicherungsjahr steigt die Klasse um eine Stufe, was den Beitrag senkt. Tritt ein anrechenbarer Schadenfall auf, erfolgt eine Rückstufung um mehrere Klassen – was den Beitrag erhöht.
Welche Schäden zählen
Nur Schäden, die der Versicherer im Rahmen der Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung reguliert hat, werden angerechnet. Teilkaskoschäden (Diebstahl, Glasbruch) werden in der Regel nicht zur Rückstufung herangezogen. Schäden, die der Versicherungsnehmer selbst bezahlt (ohne Inanspruchnahme der Versicherung), können ebenfalls rückstufungsneutral bleiben.
Übertragbarkeit der SF-Klasse
SF-Klassen sind bei einem Versichererwechsel übertragbar. Der neue Versicherer erkennt die bisherige SF-Klasse an, die der Vorversicherer in der Versicherungsbestätigung (eVB) dokumentiert hat. SF-Klassen können auch auf Familienmitglieder übertragen oder von diesen „ausgeliehen" werden – je nach Vertragsbedingungen.
Rückstufung nach Schadenfall
→ Rückstufung nach Schadenfall – Mechanik und Wirkung
Rabattschutz (freiwillige Mehrleistung)
Manche Tarife bieten einen Rabattschutz: Ein selbstverschuldeter Schaden pro Jahr führt nicht zur Rückstufung. Das ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine vertraglich vereinbarte Mehrleistung (→ Mehrleistungen).