Stand: Juni 2026
Wenigfahrer und Telematik-Tarife
Wer wenig fährt, verursacht statistisch weniger Schäden. Versicherer bilden das durch Tarife ab, die sich am tatsächlichen Fahrverhalten orientieren.
Kilometerbegrenzungstarife
Klassische Wenigfahrertarife legen eine Jahreshöchstkilometerleistung fest (z. B. 5.000 km, 8.000 km, 12.000 km). Wer weniger fährt, zahlt eine niedrigere Prämie. Was passiert bei Überschreitung: Je nach Vertrag gibt es eine Nachforderung, eine höhere Jahresprämie, oder im schlimmsten Fall eine Anzeigepflichtverletzung nach § 23 VVG (Gefahrerhöhung durch dauerhaft gestiegene Fahrleistung). → Fall 05 – Gefahrerhöhung
Telematik-Tarife (Pay-as-you-drive / Pay-how-you-drive)
Telematiktarife messen durch eine App oder ein Gerät das Fahrverhalten: Bremsverhalten, Beschleunigung, Kurvengeschwindigkeit, Nachtfahrten, gefahrene Kilometer. Gutes Fahrverhalten = Rabatt auf die Prämie. Schlechtes Fahrverhalten = geringerer oder kein Rabatt. Die Grundprämie ist meist ein Standardsatz; der Telematik-Score beeinflusst den endgültigen Jahresbeitrag.
Datenschutzaspekte
Telematiktarife erfordern die Übermittlung von Fahrdaten an den Versicherer. Die Datenschutzerklärung des jeweiligen Tarifs regelt, welche Daten erfasst, wie lange sie gespeichert und wie sie verwendet werden. Diese Seite bewertet und empfiehlt keine konkreten Telematikangebote.
Für wen Wenigfahrertarife sinnvoll sind
- Zweitwagen mit geringer jährlicher Nutzung
- Fahrzeuge für Wochenendnutzung oder Urlaub
- Stadtbewohner, die das Fahrzeug selten bewegen
- Fahranfänger mit guter Fahrweise und Telematik-Bereitschaft